, April 26, 2017

Das Bild zeigt die Gründer der eSport Akademie.

Die Singapore Cybersports & Online Gaming Association gab mit ihren Partnern die Eröffnung bekannt. (Bildquelle)

Ähnlich einem Sportinternat, wie man es aus Deutschland kennt, soll jetzt in Singapur die erste Förderstätte für junge Talente aus dem Bereich eSports entstehen. In einer virtuellen Ausbildungswelt sollen nicht nur Spieler, sondern auch Trainer, Berater und Kommentatoren ausgebildet werden, um dem enormen Potenzial der Branche gerecht zu werden. Die Einrichtung will Plätze für 2.000 Schüler anbieten. Geplant sind neben der Ausbildung auch Events, Festivals und spezielle Trainingsprogramme für rund 50.000 Jugendliche. Initiator ist die Singapore Cybersports & Online Gaming Association (SCOGA). Zur Umsetzung des Akademievorhabens hat sie kürzlich verschiedene Kooperationsvereinbarungen unterschrieben. Unterstützt wird die SCOGA auch vom National Youth Council des Landes, der Regierungsabteilung für Jugendbelange.

 

Ein vielseitiges Programm mit Zukunftsperspektive

Über die Seite der Singapore Cybersports & Online Gaming Association können sich interessierte Jugendliche bald anmelden. Das Angebot besteht aus einer Kombination aus kostenlosen und zahlungspflichtigen Kursen, Bootcamps, Trainerstunden, Videoprodukten und Übungseinheiten mit Stars der Szene. Der Fokus liegt dabei nicht nur auf dem reinen Spiel, sondern auch auf Technik oder Marketing wie beispielsweise der korrekten Beleuchtung und Kameraeinstellung bei der Erstellung von Videos. Nicholas Khoo, Vorsitzender und Mitbegründer der SCOGA, erklärte zum Projekt seines Verbandes:

„Bei uns geht es nicht nur darum, ein professioneller Spieler zu werden. Es gibt so viele Möglichkeiten auf dem wachsenden eSports-Markt Fuß zu fassen, etwa über Streaming, Coaching und Eventmanagement.“

Khoos Kollege Kelvin Tan, der die SCOGA maßgeblich mit ins Leben gerufen hat, fügte hinzu:

„In unserer eSports Akademie nutzen wir wettbewerbsorientierte Videospiele, um unseren Schülern Fähigkeiten wie Führungskompetenz, Teamwork und Kommunikation zu vermitteln. Wir hoffen, sie damit auf die Arbeitswelt der Zukunft vorzubereiten und sie bei der Erreichung ihrer Ziele zu unterstützen. Erst vor kurzem konnte Justin Bersamin, einer unserer Schüler, mehr als 4.000 Zuschauer pro gestreamter Spieleinheit verzeichnen. Und Daryl Koh, der eSports-Topverdiener Singapurs alias iceiceice, hat bereits mehr als 1 Million US-Dollar Preisgelder gewonnen.“

Drei hochrangige Partner

Zum Aufbau der Akademie und fundierten Ausbildung der Schüler hat die SCOGA sich drei wichtige Partner ins Boot geholt: die Informatics Academy, das Entwicklungslabor NUS and Emosis Pte Ltd. sowie die Streamingplattform Twitch. Die Informatics Academy gehört zu den führenden Ausbildungsinstituten des Landes im IT-Bereich und sieht in der neuen Akademie einen wichtigen Zukunftsfaktor:

„Wir stellen ein enormes weltweites Wachstumspotenzial der eSports-Industrie fest und damit verbunden gibt es heute mehr und mehr die Möglichkeit, in diesem Metier eine Karriere aufzubauen. Um junge Talente zu fördern, wollen wir einen fruchtbaren Boden für Entwicklungen und Weiterbildungsmöglichkeiten schaffen. Unsere Kooperation mit der SCOGA im Bereich der eSport Academy trägt dazu bei, jungen Menschen Karriereoptionen aufzuzeigen und sie zu eAthleten von Weltklasse auszubilden.“

Und auch bei Twitch, der weltweit größten Streamingplattform mit Sitz in den USA, freut man sich auf die Zusammenarbeit:

„Mit unserem Investment in die singapurische eSports-Branche und der Möglichkeit für ansässige Contententwickler, ihren Lebensunterhalt über unsere Plattform zu bestreiten, wollen wir den Markt unterstützen. Die Branche ist sehr wettbewerbsorientiert, aber wir sehen großes Potenzial in der lokalen Bevölkerung und freuen uns auf eine fruchtbare Zusammenarbeit mit unseren singapurischen Partnern.“

Unterstützung dank High-Tech

Der dritte im Bunde, NUS und Emosis PTE Ltd., stellt eine bestimmte Art von Stirnbändern her, die auf Hirnströme reagieren und so die Anspannung, Aufregung oder Unruhe des Trägers in Echtzeit aufzeichnen können. In der Akademie werden die Geräte getestet und für den eSports-Bereich optimiert. So sollen Spieler noch besser auf spätere Stresssituationen vorbereitet werden und ihre Belastungsgrenzen sowie Reaktionsgeschwindigkeit verbessern, erklärt Raye Yeow vom EI Labor:

„Indem professionelle Spieler ihr Stresslevel in Echtzeit verfolgen können, bekommen sie ein besseres Gefühl und Bewusstsein für ihre Anspannung während des Spiels. Auf diese Weise erhoffen wir uns, eine Leistungssteigerung zu erreichen, vor allem während besonders aufreibenden Ereignissen während des Spiels.“

Weitere Kooperationen sind mit dem Spieleentwickler Riot Games und dem Valencia Club de Fútbol geplant. Die Gespräche haben bereits begonnen.

 

eSports mit rund 700 Millionen Dollar Marktvolumen auf dem Vormarsch

Das Bild zeigt eSports-Spieler.

Der eSports-Markt hat großes Potenzial. (Bildquelle)

Laut Schätzungen des niederländischen Markforschungsinstituts Newzoo könnte der weltweite eSports-Markt dieses Jahr die 700 Millionen US-Dollar Marke knacken. Bis 2020 sei sogar eine Steigerung auf 1,5 Milliarden möglich. Aber nicht nur das Wachstum der Branche spricht für den anhaltenden Erfolg der virtuellen Wettkämpfe. Der Olympische Rat Asiens erklärte erst vor wenigen Tagen, dass eSports erstmalig Teil der Asienspiele sein wird. Dieser Wettkampf ist vergleichbar mit den Olympischen Spielen und findet 2022 im chinesischen Hangzhou statt. Disziplinen sind aller Voraussicht nach Fußball, Strategie und Multiplayer Online Battle Arenas. Bei Spielen wie FIFA, Starcraft, Dota oder League of Legends sollen die besten Spieler dann sogar mit Medaillen ausgezeichnet werden.