, January 29, 2016

Henry Rosario Martinez

Der Puerto-Ricaner Henry Rosario Martinez (links) spielte als Leiche mit Freunden und seiner Familie eine letzte Partie Poker – Wie er am Ende bei der Runde abschnitt, ist nicht bekannt! (Bildquelle: dailymail.co.uk)

An den Live- und Online-Pokertischen dieser Welt trifft man ja bekanntermaßen auf diverse grundverschiedene Spielertypen: Auf die Haie, die sogenannten “Sharks”, die erfahrenen und guten Spieler, die über die wichtigsten Poker-Grundlagen und Strategien gut Bescheid wissen. Oder auf die Fische und Calling Stations, die passiv spielen und so gut wie keinen Druck am Pokertisch ausüben. Oder auch auf Tight-Passive-Spieler, auf Rocks, auf Loose-Aggressive-Spieler oder auf Tight-Aggressive-Spieler. Doch die Spieler bei einem Homegame in Puerto Rico pokerten nun mit einem Spieler, den es so bisher noch an keinem Tisch der Welt gegeben hat. Und wohl auch nie wieder geben wird.

In Barceloneta, im Norden von Puerto Rico, starb am 19. Januar Henry Rosario Martinez im Alter von 31 Jahren. Martinez war großer Fan von Reggae-Musik und von Hahnenkämpfen. Zudem war er Fan von Glücksspielen wie Poker. Martinez starb an einem tödlichen Mix von verschreibungspflichtigen Medikamenten und Alkohol. Lokale Medien spekulierten, dass er er diesen Mix nicht aus Versehen eingenommen habe, sondern Selbstmord verübt habe. Seine Familie äußerte sich nicht zu der Todesursache. Aber sie erfüllte dem verstorbenen Verwandten einen letzten Wunsch.

Der Tote als Ehrengast bei der Pokerrunde

Zur Ehrung des Toten entschied sich seine Familie zu Hause, mit Angehörigen und Freunden eine finale Pokerpartie zu veranstalten. Und es gab einen speziellen Ehrengast bei der Pokerrunde: Den Verstorbenen selbst! Henrys Vater nahm dazu Kontakt zu Jose Mendelez auf, dem Eigentümer des Bestattungsunternehmens „Eterna Luz“. Er bat Mendelez seinen Sohn so zu präparieren und einzubalsamieren, dass er vor seiner Beerdigung zuerst noch an einer Pokerpartie teilnehmen könne.

Mendelez bestätigte, dass die Anfrage etwas ungewöhnlich gewesen sei und er so etwas noch nie gemacht habe. Aber er habe schon mitbekommen, dass Leichen für ähnliche Dinge in anderen Landesteilen von Puerto Rico präpariert worden seien. In Puerto Rico gibt es nämlich seit einigen Jahren einen neuen Trend:

Tote werden einbalsamiert und nach ihrem Ableben sowie vor ihrer Beerdigung noch einmal Teil von ungewöhnlichen Situationen, Szenerien und Schauplätzen. So wurde zum Beispiel ein toter Taxifahrer wieder in sein altes Dienst-Auto gesetzt. Oder ein einbalsamierter Ringkämpfer durfte nach seinem Ableben noch einmal in den Ring steigen. Eine alte Frau wiederrum wurde beispielsweise post mortem in ihre Lieblingskneipe gesetzt, wo sie noch einmal eine Zigarette und ihr Lieblingsbier serviert bekam. Ein anderer Toter wurde als Superheld verkleidet.

Freunde und Familie konnten sich von Henry am Pokertisch verabschieden

Der Bestatter zog Henry seine gewohnte Kleidung an und setzte ihm für das perfekte Pokerface eine Sonnenbrille auf. Mit diesem Outfit konnte er mit seinen Lieben noch einmal für eine letzte Partie Poker am Tisch Platz nehmen. Zudem konnten sich Familie und Freunde auf eine etwas makabre Art und Weise von Martinez verabschieden. Seine Mutter Sonia Martinez sagte gegenüber der Zeitung „Primera Hora“ sie wolle, dass Henry als fröhlicher Mensch in Erinnerung bleibe, so wie er immer war.

Ein Künstler aus der Region mit dem Namen „Kinki“, der mit Martinez befreundet war, machte zur Erinnerung an seinen Freund ein Musikvideo mit dem Titel „Ruhe in Frieden, mein kleiner Bruder!“. Bilder von der Pokerrunde mit dem Toten baute er dabei in das Video ein.