, May 30, 2016

Hannover U19

Nach dem versuchten Casino Überfall von drei Nachwuchskickern, sorgt die U-19 von Hannover 96 wieder auf dem Fußballplatz für Schlagzeilen. Am vergangenen Wochenende konnte die U-19-Mannschaft von Hannover 96 erstmals den DFB-Pokal der A-Junioren gewinnen. (Bildquelle: https://www.hannover96.de/fileadmin/user_upload/Teams/u17.jpg)

Anfang Februar dieses Jahres sorgten drei Nachwuchsfußballer von Bundesligist Hannover 96 für Schlagzeilen. Allerdings nicht durch gute Leistungen auf dem Fußballplatz. Die U-19-Juniorenspieler hatten einen Überfall auf ein Casino in Lauenau, Landkreis Schaumburg, geplant. Auf der Fahrt zur Spielbank drehten sie allerdings unverrichteter Dinge wieder um. Der Überfall-Plan flog trotzdem auf, da ihr Auto später mit gestohlenen Kennzeichen beim Falschparken erwischt wurde. Nun wurden die drei Spieler vom Amtsgericht Stadthagen verurteilt.

Die Spieler Marcel Langer, Mohamad Darwish und Enis Biyiklioglu gelten als Top-Talente und sind Leistungsträger in der U-19-Bundesliga. Sie haben Förder-Verträge bei Hannover 96 und verdienen rund 1.500 Euro brutto im Monat. Trotzdem hatten die drei Jungs Anfang Februar dieses Jahres etwas anderes im Sinn. Ein Überfall auf ein Spielcasino.

Auf dem Weg zum Überfall aus Angst wieder umgedreht

Die Spieler im Alter zwischen 18 und 19 Jahren hatten am 2. Februar zur Vorbereitung des Überfalls ein Auto mit geklauten Kennzeichen versehen. Danach waren sie mit Sturm- sowie Gasmasken in Richtung der Spielbank aufgebrochen. Die Kennzeichen hatten sie zuvor in Lauenau von zwei anderen Fahrzeugen entwendet. Unterwegs hatten sie wohl Angst bekommen, es sich dann anders überlegt und waren unverrichteter Dinge wieder nach Hause gefahren.

Sie gerieten in den Fokus der Polizei, als sie den Audi A3, der einem der Spieler-Väter gehört, mit den gestohlenen Kennzeichen im hannoverschen Stadtteil Nordstadt im absoluten Halteverbot geparkt hatten. Einer Polizeistreife fielen am nächsten Morgen die unterschiedlichen Kennzeichen auf. Die Beamten ermittelten den Fahrzeughalter. Bei der anschließenden Durchsuchung fand die Polizei im Kofferraum dann Sturmhauben, Handschuhe, Schals sowie eine Schreckschusspistole.

Suspendierung folgt auf Riesen-Dummheit

Im Verhör gestanden die drei Juniorenspieler die geplante Tat. Sie wurden daraufhin von ihrem Verein suspendiert. Hannovers Sportdirektor Martin Bader sagte damals gegenüber der BILD-Zeitung:

“Ja, es gab diesen Vorfall. Wir sind komplett über alles informiert. Die Jungs haben eine Riesen-Dummheit gemacht. Nach dem Geständnis waren sie komplett am Boden zerstört. Trotzdem haben wir sie suspendieren müssen. Solche Dinge entsprechen nicht unseren Werten und Moral-Vorstellungen. Wir verharmlosen die Sache nicht, haben aber auch eine Fürsorgepflicht. Die Jungs sind einsichtig, kooperativ, halten mit nichts hinterm Berg. Jetzt müssen sie für ihre Dummheit geradestehen.“

Nun wurden sie Ende Mai vom Amtsgericht Stadthagen wegen gemeinschaftlichen Diebstahls und Urkundenfälschung verurteilt. Grund für den Überfall seien Spielschulden gewesen. Der Plan ging von einem der drei Nachwuchsfußballer aus. Der Initiator sagte vor dem Amtsgericht aus, dass er in Zockerkreise geraten sei. Aber er wollte seine Eltern nicht um Geld bitten. Inzwischen habe er sich in Therapie begeben. Er musste sich auch wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten und wurde zu 50 Sozialstunden und einer Geldstrafe von 500 Euro verurteilt. Die beiden anderen erhielten 40 Sozialstunden sowie 300 Euro Geldstrafe.

„Gangster“ gewannen mit Hannover 96 den DFB-Pokal der A-Junioren

Die Suspendierung durch ihren Verein Hannover 96 war allerdings schon im März wieder aufgehoben worden. Die drei durften wieder trainieren und zuletzt auch Spiele bestreiten. Auch von ihrem Verein hatten sie allerdings Sozialstunden aufgebrummt bekommen. Am vergangenen Wochenende gehörten sie zur U-19-Mannschaft von Hannover 96, die für den Verein erstmals den DFB-Pokal der A-Junioren gewann. Hannover 96-Sprecher Christian Bönig sagte, dass die drei sich zuvor reumütig gezeigt und ihre Sozialstunden vorbildlich abgeleistet hätten.