, July 27, 2017

Jochen Röttgermann mit "Dr. Erhano" und "Marlut"

Marketingleiter Jochen Röttgermann begrüßt “Dr. Erhano” und “Marlut” beim VfB Stuttgart. (Bildquelle)

Der Fußballbundesligist VfB Stuttgart ist in den eSports Markt eingestiegen und hat zwei professionelle FIFA Spieler unter Vertrag genommen. Der Verein folgt damit seinen Ligakollegen Schalke 04 und dem VfL Wolfsburg, die bereits seit 2016 bzw. 2015 digitale Sportler unterstützen. Zukünftig werden die beiden FIFA Profis Erhan Kayman und Marcel Lutz für den VfB an eSports Turnieren teilnehmen. Neben der Nachwuchsförderung will der Aufsteiger mit dem Engagement sowohl auf seinen Fußballclub als auch auf den Standort Stuttgart aufmerksam machen. Für den VfB handelt es sich bei eSports um ein völlig neues Geschäftsfeld.

 

Dr. Erhano und Marlut für den VfB

Die Wahl des VfB Stuttgarts ist auf zwei professionelle Onlinespieler gefallen, wovon der eine bereits eine etablierte Größe in der Branche und der andere ein aufstrebendes Talent ist. Über die Spieleragentur STARK eSports verpflichtete der Verein Erhan „Dr. Erhano“ Kayman und Marcel „Marlut“ Lutz. Der 27-jährige Erhan Kayman startete seine Karriere 2010 mit Pro Evolution Soccer (PES) und blickt nunmehr auf rund sieben Jahre im Business zurück. In dieser Zeit legte er ein Doppelpack bei der deutschen Meisterschaft hin, wurde Vize-Europameister bei PES und erreichte seinen größten Erfolg mit der Bronzemedaille bei der FIFA-WM 2015. Für den süddeutschen Bundesligisten tritt er an der Playstation 4 an ist mehr als glücklich über seinen Vertrag:

„Es ist ein unbeschreiblich geiles Gefühl. Der VfB ist einer der größten Vereine in Deutschland und deshalb bin ich stolz, dass ‘Marlut’ und ich gemeinsam die ersten eSportler des Vereins sind. Der Verein ist als professioneller Klub in einigen Bereichen sehr gut aufgestellt. Deswegen hoffe ich, dass ich durch gewisses Training meine Mentalität und auch meine Physis auf ein neues Level bringen kann.“

Druck oder eine Erwartungshaltung gebe es beim eSports Neuling Stuttgart jedoch nicht:

 „Ziele wurden uns vom Verein nicht mitgeteilt. Aber wir werden alles geben, um den VfB bestmöglich im eSport zu vertreten.“

Dr. Erhanos Teamkollege, der erst 20-jährige Marcel Lutz, spielt an der Xbox und muss Mitte August beim „Fifa Interactive World Cup“ in London gleich beweisen, warum er zu den Shootingstars der Szene gehört. Ab dem 16. August kämpfen dort die 32 besten FIFA Spieler der Welt um den Titel.

 

Vereine wittern großes Potenzial bei eSports

Mit der Verpflichtung von Dr. Erhano und Marlut zielt der VfB Stuttgart auf ein ganz neues Publikum und möchte vom Potenzial und rasantem Wachstum des Marktes profitieren. Mit der Aufstellung von zwei Pro-Gamern möchte der Verein die neue Generation einer digitalen Welt erreichen und ebenso erfolgreich werden wie im „echten“ Fußball. Jochen Röttgermann, der beim VfB Marketing und Vertrieb leitet, freut sich über die Zusage von Kayman und Lutz:

„Wir nehmen uns immer wieder neuen Themen und Ideen an, die die Zukunft des VfB Stuttgart bereichern sollen. Der Einstieg in FIFA eSports und damit in einen stetig wachsenden Bereich mit einer extrem interessanten Zielgruppe zahlt auf unseren Kernbereich Fußball ein und stellt eine passende Verbindung in die virtuelle Welt dar. Gaming ist nicht nur bei einem großen Teil der jungen Generation beliebt. Es ist auch im Blickfeld vieler Unternehmen, die damit ebenso wie der VfB Stuttgart auch die Attraktivität der eigenen Marke stärken wollen. Wir freuen uns, dass „Dr. Erhano“ und „Marlut“ die weiß-roten Farben des VfB Stuttgart im FIFA eSports-Bereich vertreten werden und die VfB Fans begeistern wollen.“

Auch andere Bundesligisten bekundeten 2016 bereits ihr Interesse an einer vergleichbaren Maßnahme, darunter Hoffenheim, Hamburg, Mönchengladbach, Köln und Ingolstadt. Borussia Dortmund erteilte eSports hingegen ein klares Nein.

 

Wolfsburg und Schalke schon aktiv bei eSports

Bevor der VfB Stuttgart den Schritt in die eSports Branche wagte, haben bereits zwei weitere Bundesligisten im virtuellen Sport Fuß gefasst. Den Anfang machte im Mai 2015 der VfL Wolfsburg, der unter dem Motto „Fußball ist alles“ mittlerweile drei FIFA eSportler unter Vertrag hat. Benedikt „Salz0r“ Saltzer, David „DaveBtw“ Bytheway und Timo „TimoX” Siep treten seit zwei Jahren erfolgreich für den Deutschen Meister von 2009 an. Auch hier leistete die Agentur STARK ihren Beitrag zum Gelingen des Unterfangens. Ein Jahr später folgte Schalke 04 dem Beispiel Wolfsburgs und erklärte seine Entscheidung für dieses neue Geschäftsfeld unter anderem mit den folgenden Worten:

„eSport ist für viele noch ein unbekanntes Terrain, doch mit z.B. fast 70 Millionen Menschen, die Monat für Monat League of Legends spielen und einer Vielzahl von ihnen, die die Spieltage auch per Stream verfolgen, kann der S04 ein ganz neues Publikum erreichen.“

Beide Vereine wollen ihr eSports Engagement langfristig ausbauen und auch in Zukunft als Vorreiter bei der Förderung und Nutzung neuer Phänomene wie aktuell dem virtuellen Computersport gelten.