, 29.10.2017

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Die deutschen Landeslotterien warnen vor Lottobetrügern. (Bildquelle)

Über ein Imitat der Webseite lotto.de versuchen Betrüger derzeit, an Daten von Lottospielern zu gelangen. Die Seite nennt sich lotto365.tv und ist dem Original zum Verwechseln ähnlich. Sie enthält sogar die gleichen Inhalte, wie etwa das Impressum von lotto.de. Mitsamt einem darauf abgestimmten Anschreiben hatten Betrüger Lottospieler in ganz Deutschland kontaktiert und sie aufgefordert, eine in dem Schreiben erwähnte Identifikationsnummer auf der Webseite einzugeben. Im Anschluss zeigt die Webseite die Kontaktdaten und einen angeblich erzielten Gewinn der Person an. Als nächsten Schritt sollen die angeschriebenen Personen iTunes-Karten erwerben, um so die Gewinnübergabe in Gang zu setzen. Abschließend sollen sie sich telefonisch melden, um ein persönliches Treffen zu vereinbaren.

Lotto.de wird stellvertretend für alle 16 Landeslotteriegesellschaften von Lotto Niedersachen betrieben. Lotto Niedersachsen sowie alle anderen Landeslotterien sind in keiner Weise mit der Webseite lotto365.tv und den Anschreiben verbunden. Verbraucher werden ausdrücklich vor dieser neuen Betrugsmethode gewarnt.

 

Fälschung lockt mit Gewinnversprechen

Bei der Seite lotto365.tv handelt es sich um eine Fälschung. Lotto.de ist hingegen die offizielle Webseite der 16 Landeslotterien, während lotto365.tv zwar ein Fake, auf den ersten Blick jedoch täuschend echt ist. Das Imitat wurde über einen Dienst registriert, der es Inhabern erlaubt, anonym zu bleiben. Es wird vermutet, dass die Betrüger Lottospieler mit falschen Gewinnversprechungen locken und über das Suggerieren von Vertrauen dazu bewegen wollen, über Gutscheinkarten, in diesem Fall von iTunes, eine Gebühr für die Gewinnübergabe zu bezahlen. Genauere Details sind noch nicht bekannt. Aufmerksam auf den Fall wurde Lotto Niedersachsen durch die Nachfrage einer Frau, die sich nach der Glaubwürdigkeit der Seite und der Schreiben erkundigt hatte. Wie ein richtiger Lottogewinner aussieht, lesen Sie hier.

 

Vorauszahlungen für Gewinnübergabe eine beliebte Masche

Die neue Masche ist in ihrem Prinzip nicht unbekannt. Seit Jahren schon werden Verbraucher von Betrügern per Telefon, eMail oder Post kontaktiert und mit einem angeblichen Gewinn konfrontiert. Auf Nachfrage wird oft erklärt, es handele sich um die automatische Teilnahme an einem Preisausschreiben oder Gewinnspiel, zum Beispiel über ein Zeitungsabonnement. Um den unerwarteten Geldregen erhalten zu können, sei es jedoch zuerst nötig, eine Gebühr für die Übertragung des Geldes und den Notar zu zahlen. Solche Zahlungen sollen häufig über Gutscheinkarten erfolgen. Nur so könne der Gewinn auch bei dem überraschten „Gewinner“ ankommen. Wenn gezahlt werde, so heißt es, könne der Gewinn mitsamt offiziell bestelltem Notar bereits am nächsten Tag vor der Tür stehen. Eine solche Vorgehensweise gibt es jedoch nicht. Verbraucher werden in keinem Fall für Steuern, Bearbeitungsgebühren oder andere Kosten im Vorfeld herangezogen.

Finanzielle Gegenleistungen für einen Gewinn gibt es nicht.

 

Auch Lottoland schon Opfer von Betrügern

Der private Online Lotterieanbieter Lottoland ist ebenfalls ein beliebtes Opfer von Betrügern. Anfang des Monats sah sich Lottoland gezwungen, eine Stellungnahme zum Thema herauszugeben. Betrüger hatten sich als Mitarbeiter des Unternehmens ausgegeben und per Telefon Zahlungen von Kunden sowie sensible Daten wie Bankverbindungen eingefordert. Lottoland stellte klar, dass es in keinem Zusammenhang mit den Anrufen stünde und Lottoland-Mitarbeiter weder Kontonummern noch Zahlungen jemals telefonisch erfragen würden. Bereits im August war es zu einem ähnlichen Fall gekommen, als ein Mann postalisch angeschrieben und über einen angeblichen Gewinn von 2 Millionen Euro informiert wurde. Dabei war er weder Lottoland-Kunde, noch hatte er je von dem Unternehmen gehört. In dem Brief wurde er außerdem aufgefordert, für die Übertragung des Gewinns eine Versicherungsgebühr zu bezahlen. Nachdem er diverse Nachforschungen angestellt hatte, erstatte der Mann Anzeige bei der Polizei.

 

Vorsicht beim Millionärs- oder Enkeltrick

Auch immer wieder beobachtet wird der sogenannte Millionärstrick. Dabei werden Personen per E-Mail von einem angeblichen Millionär angeschrieben, der einen Millionengewinn verschenken will. Schließlich brauche er ihn als Millionär ja nicht. Für die Transaktion würden jedoch Gebühren anfallen. Eine andere Masche ist der Enkeltrick, bei dem sich Anrufer am Telefon gegenüber Senioren als Enkel oder andere Verwandte ausgeben und um Geld bitten. Dabei wird das Opfer enorm unter Druck gesetzt und mit immer wiederkehrenden Anrufen bombardiert. Auch sogenannte „Schockanrufe“ werden immer wieder gemeldet. Bei dieser besonders niederträchtigen Betrugsform werden ebenfalls ältere Menschen aus den ehemaligen UdSSR-Staaten per Telefon kontaktiert und dann in meist russischer Sprache angewiesen, einen Geldbetrag an einen Boten zu übergeben, damit ein Enkel oder Verwandter im Ausland nach einem Verkehrsunfall nicht strafrechtlich belangt wird.