, 27.05.2014

Wladimir Putin

Foto: http://archive.indianexpress.com/

Der russische Präsident Vladimir Putin hat sich als Gegner des Glücksspiels geäußert. Er ist der Meinung, dass das Glücksspiel eine gefährliche Sucht sei und das organisierte Verbrechen wie einen Magnet anziehe. Putin hatte 2006 eine Gesetzgebung unterstützt, die die meisten russischen Casinos und Spielautomaten-Betreiber zur Schließung zwang.

Jetzt hat Putin beim russischen Parlament angefragt, die neu dazugekommene Schwarzmeer-Halbinsel Krim als “Glücksspiel-Zone“ zu bewilligen. Quasi sollen Casinos legal betrieben werden können. Der Pressesprecher von Putin hat jegliche Kommentare dazu abgelehnt. Bloomberg News hatte bereits im letzten Monat darüber berichtet, dass Bemühungen angestrebt werden, die Krim weniger abhängig von Subventionen aus Moskau zu machen. In diesem Jahr wird ein Haushaltsdefizit der Krim von 55 Milliarden Rubel (1,5 Milliarden US-Dollar) erwartet. Die Halbinsel soll eine Notfall-Subvention in Höhe von 2,8 Milliarden US-Dollar erhalten – eine Summe, die sich die russische Wirtschaft nicht leisten kann.

Das Glücksspiel auf der Krim wird jedoch nicht so einfach den Überraschungsgewinn für das wirtschaftliche Loch bringen. Um Gewinne in dieser Branche zu erzielen, muss die Region ausgebaut werden, damit ein großer Pool an Spielern dorthin reisen kann, meint Andrew Gellatly von der Forschungsgruppe GamblingCompliance. „Schauen Sie sich die Kalifornier an, sie stürmen nach Las Vegas und die Chinesen nach Macau um zu spielen. Nichts dergleichen gibt es auf der Krim.“, sagt Gellatly. Die Halbinsel verfügt über keine Straßenverbindungen zu Russland und ist weit entfernt von den größeren Städten.

Es wird diskutiert, eine Brücke zwischen der Halbinsel und dem Festland zu bauen, aber das könnte mehrere Jahre dauern. Selbst dann ist die Krim immer noch 900 Meilen von Moskau entfernt. Und ein viel wichtigerer Punkt ist, dass Investoren nicht an Standorten interessiert sind, die politisch keine Stabilität vorweisen können.

Russen lieben das Glücksspiel. Das hat Putin aber nicht davon abgebracht, Glücksspiel nicht weniger ernst zu nehmen als die Abhängigkeit von Alkohol und Drogen und es somit in Russland zu verbieten. Glücksspiel ist nur in vier ernannten Grenzzonen legal. Das einzige legale Casino in Russland befindet sich in der Stadt Asow und liegt etwa 200 Meilen nordöstlich von der Krim.

Nach dem Glücksspiel-Verbot im Jahr 2006 hatte Storm International, ein Casino-Betreiber aus Moskau, seine Betriebe in die ehemalige Sowjetrepublik wie Armenien, Weißrussland und Georgien verlegt. Die Pressesprecherin von Storm International lehnte jeglichen Kommentar dazu ab, ob das Unternehmen ein Casino auf der Krim plane. Storms Casinos und Azov City haben es jedoch schwer zu bestehen, da die Russen lieber Städte mit mehr Touristenattraktionen, wie London oder Monaco, bevorzugen als die ehemalige Sowjetrepublik.