, July 5, 2017

Jens Lakemeier WSOP 2017

Jens Lakemeier gewann beim Event #59 bei der WSOP sein erstes Bracelet (Bildquelle).

Bei der diesjährigen World Series of Poker in Las Vegas gewann der Deutsche Jens Lakemeier sein erstes Gold-Bracelet beim Event #59. Der 23-Jährige konnte sich beim $2.500 Big Bet Mix gegen US-Amerikaner wie Jason Stockfish, Andrew Kelsall und 179 weitere Spieler durchsetzen und gewann neben seiner ersten WSOP-Auszeichnung ein Preisgeld von 112.232 US-Dollar, das beste Ergebnis seiner bislang kurzen und steilen Karriere. Nach Christopher Frank ist er damit der zweite Spieler, der für Deutschland bei der WSOP 2017 ein Bracelet holte.

 

Erfolg beim $2.500 Big Bet Mix für Jens Lakemeier

Für Lakemeier war es das zweite Mal, dass er bei der World Series of Poker einen Finaltisch erreichte: 2015 saß er bei der WSOP Europa am $2.200 8 Game Finaltisch. Das diesjährige Big Bet Turnier ist mit einem Buy-In von 2.500 US-Dollar im Vergleich zum Hauptevent eher klein, doch erfordert die Mischung aus insgesamt sieben verschiedenen Pokervarianten einiges an Geschick. Der junge Jens Lakemeier zeigte sich bislang gewandt beim No Limit Hold’em, Pot Limit Omaha Hi-Lo, 8 Game, Dealers Choice und HORSE. Jetzt kann er auch noch den Big Bet Mix zur langen Liste seines Könnens hinzufügen.

 

Der bei der WSOP brandneue Event besteht aus verschiedenen No Limit oder Pot Limit Formaten:

  • No Limit Hold’em
  • Pot Limit Omaha
  • Pot Limit Omaha Hi-Lo
  • Big O (5 Card Omaha)
  • No Limit 2-7 Single Draw
  • Pot Limit 2-7 Triple Draw
  • No Limit Five Card Draw

 

Omaha Turniere sind eine Stärke von Lakemeier: In den letzten acht Monaten gelang es ihm, das PLO Sunday Grand mit einem Buy-In von 1.050 US-Dollar gleich sechs Mal zu gewinnen. Es handelt sich um das teuerste Omaha Turnier einer jeden Poker-Woche.

 

Lakemeier am Finaltisch beim WSOP Event #59

Jens Lakemeier WSOP 2017

Der 23-jährige Deutsche wohnt in Wien in Österreich und saß 2015 schon einmal am WSOP Finaltisch (Bildquelle).

Bei der dreitägigen Veranstaltung kamen am vergangenen Sonntag gegen 14 Uhr Ortszeit sechs Pokerspieler am Finaltisch im Rio Hotel in Las Vegas zusammen. Chipleader Jens Lakemeier traf auf die fünf US-Amerikaner Jason Stockfish, Andrew Kelsall, Jerry Wong, Ashton Griffin und Ken Fitzgerald. Dieser schied bereits nach 20 Minuten aus: Er unterlag im No Limit Hold’em gegen Ashton Griffin. Danach zog sich ein mehrfacher Wechsel des Chipleaders über mehrere Stunden hinweg, wobei Lakemeier beständig Chips verlor.

 

Indessen stiegen Ashton Griffin und Jerry Wong auf, bis Lakemeier ein Double Up gegen Wong beim No Limit 2-7 Single Draw gelang. Der Deutsche ging vor dem Draw All-In. Wong stand Pat und Lakemeier dachte lange nach, bevor er seine Hand teilte. Wong hatte 10-8-7-6-4 auf der Hand gegen 7-6-5-4 von Lakemeier, der Deuce, 9 oder 10 benötigte. Die Erlösung kam in der Form der 2 und er bildete ein 7-6 Low zum Double Up.

 

Lakemeier als erneuter Chipleader

Nach einer Pause schwang sich Jens wieder zum Chipleader auf. Bei Big O lagen Pik 10, Herz 8 und Karo 4 als Gemeinschaftskarten auf dem Tisch. Wong hielt Kreuz Ass, Herz König, Pik Dame, Kreuz 10 und Pik 2 gegen Pik Ass und Karo Ass, Herz Bube, Herz 4, Karo 3 von Lakemeier. Turn und River wurden als Pik 8 und Herz Bube aufgedeckt, sodass es keinem der Spieler zum Low reichte: Jens Lakemeier holte sich mit beiden Assen den gesamten Pot.

 

Derart mit Chips ausgestattet konnte er mit einem Double Knockout beim Five Card Draw eine entscheidende Wende herbeiführen. Während Griffin erhöhte, ging Wong als Small Blind All-In. Als Big Blind callte Lakemeier. Griffin benötigte Bedenkzeit, ehe auch er sich zum Call entschied. Wong zog drei Karten, Griffin und Lakemeier jeweils eine. Griffin hatte Asse und Könige als Pärchen, Lakemeier Damen und Fünfer, während Wong nur zwei Asse hielt. Er konnte sich auf ein Pärchen aus Assen und Achten verbessern. Griffin hatte kein Glück. Lakemeier zog die Karo Dame zum Full House und schickte beide Spieler nach Hause. Mit dem größere Stack landete Wong auf dem vierten Platz, während sich Griffin als Fünfter zufriedengeben musste.

 

Andrew Kelsall auf dem dritten Platz

Schon bei der nächsten Hand fiel Kelsall der dritte Platz zu. Als Flop-Karten lagen Kreuz 8, Kreuz 4 und Karo 3 auf dem Tisch. Mit Karo König, Herz König, Pik König und Karo Dame schob Andrew Kelsall seine letzten Chips in die Mitte. Keine Chance gegen Herz 8, Herz 7, Karo 6 und Pik 5 von Lakemeier.

 

Heads-Up gegen Jason Stockfish

Die Bedingungen beim Heads-Up waren nicht gut für Jason Stockfish: Der Deutsche hatte einen 7:1 Chiplead gegen den Amerikaner. Kurze Zeit später kam das Aus beim Omaha 8. Bei der Schlusshand erhöhte Stockfish auf 60.000 US-Dollar und Lakemeier callte. Der Flop bestand aus Herz 10, Kreuz 3 und Pik 2. Stockfish setzte 120.000 US-Dollar und Lakemeier antwortete “Pot.” Er hielt Pik ASs, Kreuz 2, Kreuz 4 und Karo 10 und kommentierte: “I’m good.” Stockfish hatte Karo Ass, Herz 5, Pik Bube und Karo 3 auf der Hand. Als Turn und River wurden Herz König und Karo 8 aufgedeckt. Der Pot ging an Jens und seine zwei Pärchen mit Nut Low Draw.

 

Ergebnisse WSOP 2017 Event #59

Jens Lakemeier WSOP 2017

Der Gewinner: Lakemeier gilt unter anderem als Omaha Meister (Bildquelle).

Jens Lakemeier fuhr damit den ersten WSOP Sieg seiner steilen Karriere ein und gewann sein erstes Bracelet sowie ein Preisgeld von 112.232 US-Dollar. Als Zweitplatzierter musste sich Jason Stockfish mit 69.359 US-Dollar begnügen.

 

Vor zwei Wochen gewann Christopher Frank als erster deutscher Spieler ein Bracelet bei der WSOP 2017 in Las Vegas, womit die Deutschen nach US-Amerikanern, Briten und Russen die viertstärkste Fraktion bilden nach aktuellem Stand. Beim $2.500 Big Bet Mix landete außerdem der deutsche Spieler Ismael Bojang auf Platz 9 mit einem Preisgeld von 9.336 US-Dollar.

 

Platz Land Spieler Preisgeld
1 Germany Jens Lakemeier $112.232
2 United States Jason Stockfish $69.359
3 United States Andrew Kelsall $47.239
4 United States Jerry Wong $32.804
5 United States Ashton Griffin $23.235
6 United States Ken Fitzgerald $16.793
7 United States Ryan Hughes $12.390
8 United States Marco Johnson $12.390
9 Germany Ismael Bojang $9.336
10 United States David Baker $9.336
11 United States Mike Matusow $7.188
12 Canada Daniel Negreanu $7.188
13 Russia Sergei Altbregin $5.657
14 United States Steven Friedlander $5.657
15 United Arab Emirates Iraj Parvizi $5.657
16 United States Brandon Cantu $5.657
17 United States Tuan Bui Le $5.657
18 United States Craig Chait $5.657
19 United States Lawrence Berg $4.553
20 United States Jason Mercier $4.553
21 United States Zachary Milchman $4.553
22 England Jeffrey Duvall $4.553
23 United States Michael Laake $4.553
24 United States Binh Nguyen $4.553
25 United States Ian O’Hara $3.750
26 England Adam Owen $3.750
27 England Benny Glaser $3.750
28 United States Christopher Leslie $3.750
29 Brazil Rodrigo Portaleoni $3.750
30 United States Calvin Anderson $3.750