, September 8, 2015

Arturo Vidal

Krieger Arturo Vidal lässt sich von den Casino-Gerüchten nicht unterkriegen und kämpft weiter! (Bildquelle: https://twitter.com/kingarturo23)

Die besten Fußballer der Welt verdienen so viel Geld, dass sie manchmal nicht wissen, was sie damit anfangen sollen. Fast jeder gut bezahlte Fußball-Profi kauft sich erst mal einen fetten Sportwagen. Andere Spieler setzen ihr Geld gerne in Casinos ein. Blöd nur, wenn sie das kurz vor einem Spiel tun, so wie der neue Spieler des FC Bayern München, Arturo Vidal.

Zu der neuen Fußball-Bundesliga-Saison 2015/16 war er der Königstransfer des FC Bayern München und soll Kultikone Bastian Schweinsteiger ersetzen. Die Rede ist vom chilenischen Nationalspieler Arturo Vidal, der neuer „Aggressive Leader“ bei den Bayern werden soll. Doch „KingArturo23″ gilt nicht nur auf dem Feld als wilder und besonders aggressiver Typ. Er polarisiert, macht seinem Krieger-Image alle Ehre und fällt immer wieder durch Party-Ausschweifungen negativ auf. Nun sorgte Vidal durch einen angeblichen Casino-Besuch vor einem Pflichtspiel für Schlagzeilen.

In der Länderspielpause der Fußball-Bundesliga sollte Vidal für Chile eigentlich ein Testspiel gegen Paraguay absolvieren. Doch daraus wurde nichts. Offiziell wegen “dringender persönlicher Angelegenheiten” kehrte Vidal vorzeitig nach Deutschland zurück und trainierte am Freitag schon wieder beim FC Bayern München mit. Doch schnell tauchten Gerüchte auf, dass Vidal von seinem Nationaltrainer Jorge Sampaoli wegen einer Casino-Nacht vor dem Länderspiel nach Hause geschickt wurde.

Die chilenische Zeitung El Mercurio berichtete, dass Vidal die Nacht zum Dienstag im chilenischen Casino Monticello verbracht habe. Dasselbe Casino war dem Nationalspieler schon einmal zum Verhängnis geworden. Bei der diesjährigen Copa America, welche in Chile ausgetragen wurde, hatte Vidal auch eines Abends das Casino besucht. Damals hatte er viel Alkohol getrunken und sich mit 1,31 Promille noch danach ans Steuer seines Ferraris gesetzt. Wie es so kommen musste, baute er einen schweren Unfall und die Geschichte gelangte an die Öffentlichkeit.

Dieses Mal soll er nach dem Casino-Besuch noch mit einem Mannschaftskollegen aneinander geraten sein und am nächsten Morgen, als er übermüdet beim Training erschien, von Trainer Jorge Sampaoli wieder zurück ins Bett geschickt worden sein. Ob die Geschichte stimmt, ist unklar. Anderen Berichten zufolge war Vidal wegen seines kranken Sohns abgereist. Aber auch diese Version konnte bisher nicht bestätigt werden.

Vidal ist dabei nicht der erste und einzige Fußball-Profi, der vor wichtigen Spielen gern ins Casino geht. Im Februar 2015 traf zum Beispiel der FC Barcelona im Champions League-Achtelfinale auswärts auf den englischen Meister Manchester City. Das hielt die Stars der Katalanen, Lionel Messi und Gerard Pique, am Sonntagabend nicht von einem Besuch im Casino de Barcelona ab. Dort trafen sie sich nur einen Tag nach der 0:1-Niederlage gegen den FC Malaga mit ihrem ehemaligen Teamkollegen Cesc Fabregas, der inzwischen beim FC Chelsea spielt. Wenige Stunden vor dem Abflug nach England wollten sich die Fußball-Profis wohl mit etwas Poker, Roulette und Blackjack ablenken. Natürlich sorgte der nächtliche Ausflug so kurz vor einem wichtigen Spiel für Aufsehen.

In beiden Fällen gab es für die Spieler aber bisher keine Sanktionen. Barcelonas Trainer Luis Enrique wollte den Fall damals ebenso wenig kommentieren wie nun der Sportvorstand des FC Bayern München, Matthias Sammer. Beide verwiesen auf das Privatleben der Spieler.

Wie eine Studie aus Großbritannien aus dem Jahr 2014 zeigt, sind Fußball-Profis aber besonders anfällig für die Verlockungen der Glücksspiele in Casinos. Laut der Erhebung sind Hunderte von Profis im Mutterland des Fußballs sogar glücksspielsüchtig. Süchtige Profis verzocken oft auch eine große Menge Geld in den Casinos und werden dann anfälliger für Wettmanipulationen, da sie ihre Schulden zurück zahlen müssen, aber oft nicht mehr das Geld dafür haben.

Der ehemalige Bundesliga-Profi und Nationalspieler Uli Borowka berichtet im Buch „Traumberuf Fußballprofi – Der harte Weg vom Bolzplatz in die Bundesliga“ über die Spielsucht bei Fußballern:

„Die Jungs haben einfach wahnsinnig viel Zeit. Profis haben auf Reisen ständig ihr Smartphone am Start und können eigentlich überall zocken. Ob beim Online-Poker oder bei Sportwetten. Überall können sie ihr Geld loswerden.”

René Schnitzler, der zwischen 2007 und 2009 beim FC St. Pauli spielte, geriet durch seine Spielschulden in die Fänge der Wettmafia. Auch er hat sein ganzes Geld im Casino verloren und nahm 100.000 Euro von einem Spielfixer an. Die Manipulation flog auf und Schnitzler wurde verurteilt.